Gastronomiebau München · Ladenbau für Gastronomie

Gastronomiebau München – Genehmigung, Küchentechnik und Gastro-Einrichtung

Ladenbau für Gastronomie ist etwas anderes als Ladenbau im Einzelhandel. Ein Verkaufsraum braucht Fläche, Licht und Warenpräsentation. Ein moderner Gastronomiebetrieb braucht zusätzlich eine Küchenlüftung, die den Anforderungen genügt, einen richtig bemessenen Fettabscheider, eine dokumentierte Kühlkette und in aller Regel ein Genehmigungsverfahren. IBS Betrieb plant und realisiert Gastronomieprojekte in München und im Umland – Küche, Theke, Kälte, Lüftung und Ausbau über einen Ansprechpartner, ausgeführt von eingetragenen Münchner Meisterbetrieben. Diese Seite erklärt die Anforderungen, an denen Gastroprojekte tatsächlich scheitern, und nennt zu jeder die Rechtsgrundlage. Wenn Sie einen kompletten Neubau schlüsselfertig vergeben wollen, finden Sie Ablauf und Leistungsumfang auf unserer Seite zum Gastronomie-Neubau.

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Gastronomiebau München – Küchen- und Thekenausbau durch IBS Betrieb

Was wir für Sie in München umsetzen

Was den Gastro-Ausbau vom Einzelhandel unterscheidet

Wer schon einmal einen Laden ausgebaut hat, unterschätzt ein Gastroprojekt regelmäßig – und zwar nicht beim Design, sondern bei der Technik und beim Verfahren. Im Einzelhandel sind die bestimmenden Themen Verkaufsfläche, Rutschhemmung des Bodens und Ladeneinrichtung. In der Gastronomie kommen vier Anforderungen hinzu, die jede für sich ein Projekt verzögern können: eine Küchenlüftung mit Zu- und Abluft, die Fettdämpfe, Gerüche und Feuchtigkeit sicher abführt; ein Fettabscheider, der nach der Entwässerungssatzung gefordert und rechnerisch bemessen sein muss; eine Kältekette mit dokumentierten Temperaturen; und ein Genehmigungsverfahren, weil die Nutzung Gastronomie andere bauordnungsrechtliche Anforderungen auslöst als ein Ladengeschäft. Was gleich bleibt, ist die Gewerkelogik: Rohinstallation vor Trockenbau, Trockenbau vor Boden und Maler, Technik-Inbetriebnahme vor der Endreinigung. Wichtig ist die Reihenfolge der Klärung: Erst die vier Zusatzanforderungen prüfen, dann das Konzept zeichnen. Die allgemeine Gewerkereihenfolge und die Kostentreiber im Ausbau haben wir auf unserer Seite zum Ladenbau ausführlich beschrieben – diese Seite behandelt das, was in der Gastronomie zusätzlich gilt.

Ladengeschäft und Gastronomiebetrieb – die vier zusätzlichen Anforderungen im Vergleich
Anforderung Ladengeschäft Gastronomiebetrieb
Lüftung Raumlüftung nach Nutzung Küchenlüftung mit Zu- und Abluft, Abluftführung über Dach zu prüfen
Fettabscheider nicht erforderlich nach Entwässerungssatzung gefordert, Bemessung nach DIN EN 1825
Kühlkette nur bei Lebensmittelverkauf dokumentierte Temperaturen, Kühl- und Tiefkühlbereiche getrennt
Genehmigung oft ohne Nutzungsänderung möglich Nutzungsänderung regelmäßig genehmigungspflichtig
Gewerkereihenfolge Rohinstallation → Trockenbau → Boden → Maler identisch, zusätzlich Technik-Inbetriebnahme vor der Endreinigung

Genehmigung: warum aus einem Laden ein Café zu machen fast immer ein Verfahren auslöst

Maßgeblich ist die Bayerische Bauordnung. Nach Art. 55 BayBO sind Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung baulicher Anlagen grundsätzlich genehmigungspflichtig. Nach Art. 57 Abs. 4 BayBO ist eine Nutzungsänderung nur dann verfahrensfrei, wenn für die neue Nutzung keine anderen öffentlich-rechtlichen Anforderungen gelten als für die bisherige. Genau daran scheitert der Wechsel vom Laden zur Gastronomie fast immer: Es ändern sich die Anforderungen an Lüftung, an Sanitäranlagen, häufig an Stellplätze und regelmäßig an den Brandschutz. Damit ist die Nutzungsänderung regelmäßig genehmigungspflichtig – auch dann, wenn baulich zunächst wenig verändert werden soll. Zwei Punkte, die in der Praxis Geld kosten. Erstens: Verfahrensfreiheit, wo sie ausnahmsweise vorliegt, entbindet nicht von den materiellen Anforderungen – die Vorschriften gelten weiter, nur ohne behördliche Vorprüfung, und die Verantwortung liegt beim Bauherrn. Zweitens: Der Mietvertrag wird oft unterschrieben, bevor die Genehmigungsfrage geklärt ist. Der günstige Weg ist der Vorbescheid nach Art. 71 BayBO, umgangssprachlich Bauvoranfrage – er kostet einen Bruchteil eines Bauantrags und klärt die Zulässigkeit, bevor Miete läuft und Planungskosten entstehen. Genau an dieser Stelle setzt unsere Beratung an: Wir sehen uns das Objekt an, bevor Sie es anmieten. Wir ersetzen mit dieser Seite keine Rechtsberatung; im Zweifel entscheidet die Lokalbaukommission der Landeshauptstadt München.

Genehmigungspflicht im Gastronomiebau – Rechtsgrundlagen der Bayerischen Bauordnung
Vorhaben Rechtsgrundlage Folge
Errichtung, Änderung, Nutzungsänderung baulicher Anlagen Art. 55 BayBO grundsätzlich genehmigungspflichtig
Nutzungsänderung ohne andere öffentlich-rechtliche Anforderungen Art. 57 Abs. 4 BayBO verfahrensfrei
Wechsel Ladengeschäft → Gastronomie Art. 57 Abs. 4 BayBO greift nicht regelmäßig genehmigungspflichtig (Lüftung, Sanitär, Stellplätze, Brandschutz ändern sich)
Klärung der Zulässigkeit vor dem Mietvertrag Art. 71 BayBO (Vorbescheid) verbindliche Vorabklärung, Bruchteil der Kosten eines Bauantrags
Verfahrensfreiheit im Ausnahmefall Art. 57 BayBO materielle Anforderungen gelten weiter, Verantwortung beim Bauherrn

Quelle: Art. 55 BayBO – Genehmigungspflicht (gesetze-bayern.de) · Art. 57 BayBO – Verfahrensfreie Vorhaben (gesetze-bayern.de) · Art. 71 BayBO – Vorbescheid (gesetze-bayern.de)

Küchenlüftung: die 25-Kilowatt-Grenze der VDI 2052

Die Küchenlüftung ist im Gastronomiebau der teuerste und am häufigsten unterschätzte Posten. Maßgeblich ist die Richtlinienreihe VDI 2052 „Raumlufttechnik – Küchen“, die VDI-Lüftungsregeln für gewerbliche Küchen. Sie behandelt Luftbehandlung sowie Bemessung und Ausführung raumlufttechnischer Anlagen in Räumen, in denen Speisen zubereitet, ausgegeben und Geschirr gespült wird, und wird gemeinsam mit DIN EN 13779 und DIN 18869 angewendet. Die für die Planung entscheidende Abgrenzung: Die Richtlinie gilt ausdrücklich nicht für kleine gewerbliche Küchen und Haushaltsküchen mit einer Anschlussleistung unter 25 Kilowatt. Diese Zahl ist in der Praxis der Wendepunkt. Ein Café mit Siebträger, Kühlschrank und kleiner Aufbackstation bleibt häufig darunter. Sobald Fritteuse, ein moderner Kombidämpfer, Herdblock oder Gasgeräte dazukommen, ist die Schwelle schnell überschritten – und damit ändert sich der Anspruch an die Anlage grundlegend. Die Zielvorgaben der Richtlinie: Gerüche, Fremdstoffe und Feuchtigkeit müssen abgeführt, nachteilige Auswirkungen auf andere Räume und die Zufuhr hygienisch bedenklicher Luft vermieden und der Luftaustausch mit Außenluft sowie die vorgegebenen Raumlufttemperaturen sichergestellt werden. Dass die Raumtemperatur am Arbeitsplatz gesundheitlich zuträglich sein muss, verlangt zusätzlich der Anhang der Arbeitsstättenverordnung – in einer Küche ohne funktionierende Lüftung ist das im Sommer nicht einzuhalten. Praktischer Rat aus unserer Erfahrung mit Münchner Bestandsobjekten: Lassen Sie die Anschlussleistung Ihrer geplanten Küchengeräte addieren, bevor Sie ein Objekt besuchen und erst recht, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben. Ob die nötige Abluftführung über Dach im Objekt überhaupt möglich ist, entscheidet häufiger über die Machbarkeit als das Budget.

VDI 2052 „Raumlufttechnik – Küchen“ – Blattstruktur und Geltungsgrenze
Blatt bzw. Kriterium Inhalt
Blatt 1 Lüftung: Bemessung und Ausführung raumlufttechnischer Anlagen in gewerblichen Küchen
Blatt 2 Reinigung von Abluftanlagen in gewerblichen Küchen
Blatt 3 Zugehörige Schulung
Geltungsgrenze gilt ausdrücklich nicht für kleine gewerbliche und Haushaltsküchen unter 25 kW Anschlussleistung
Mitgeltende Normen DIN EN 13779, DIN 18869
Zielvorgaben Gerüche, Fremdstoffe und Feuchtigkeit abführen; Luftaustausch mit Außenluft und Raumlufttemperaturen sicherstellen

Quelle: Arbeitsstättenverordnung – Anhang, Raumtemperatur und Lüftung (gesetze-im-internet.de)

Fettabscheider: Bemessung nach DIN EN 1825 und die Entwässerungssatzung

Sobald in einem Betrieb Speisen zubereitet oder in größerem Umfang mit Fetten und Ölen gearbeitet wird, ist ein Fettabscheider erforderlich. Die Anforderung ergibt sich aus zwei Quellen zugleich: aus der kommunalen Entwässerungssatzung und aus der DIN EN 1825, die Bauart, Bemessung, Einbau, Betrieb und Wartung regelt; die DIN 4040-100 ergänzt Anforderungen an Wartung und Generalinspektion. Die Größe wird nicht geschätzt, sondern gerechnet. Die Nenngröße ist ein dimensionsloser Wert, der sich auf den Schmutzwasserstrom in Litern je Sekunde bezieht. In die Bemessung gehen unter anderem die Zahl der Mahlzeiten, die Art der Küche – eine Fritteuse erzeugt deutlich mehr Fettanfall –, die Leistung der Spülmaschinen und die Abwassertemperatur ein. Die Berechnung erstellt ein Planer oder der Hersteller; sie ist Teil der Genehmigungsunterlagen und keine Formalie. Für den Betrieb ist das Entleerungsintervall entscheidend: Als Regelintervall wird durchgängig eine Entleerung mindestens alle vier Wochen genannt, bei hohem Fettanfall entsprechend häufiger, ausgeführt durch einen zertifizierten Fachbetrieb. Verbindlich ist dabei immer die Entwässerungssatzung der Landeshauptstadt München beziehungsweise der jeweiligen Gemeinde – prüfen Sie diese, bevor Sie ein Intervall im Wartungsvertrag festschreiben. Zwei häufige Planungsfehler, die uns in der Beratung regelmäßig begegnen: Der Abscheider wird zu klein bemessen, weil eine spätere Sortimentserweiterung nicht eingerechnet wurde. Und der Aufstellort wird ohne Rücksicht auf die Entleerung gewählt – das Saugfahrzeug muss ihn erreichen können.

Fettabscheider – Regelwerk, Bemessungsgrößen und Betriebspflichten
Punkt Inhalt
DIN EN 1825 Bauart, Bemessung, Einbau, Betrieb und Wartung
DIN 4040-100 ergänzende Anforderungen an Wartung und Generalinspektion
Kommunale Entwässerungssatzung verbindliche Anforderung vor Ort; in München die Satzung der Landeshauptstadt
Nenngröße dimensionsloser Wert, bezogen auf den Schmutzwasserstrom in Litern je Sekunde
Eingangsgrößen der Bemessung Zahl der Mahlzeiten, Küchenart, Leistung der Spülmaschinen, Abwassertemperatur
Wer rechnet Planer oder Hersteller; Bestandteil der Genehmigungsunterlagen
Regelintervall Entleerung mindestens alle vier Wochen, bei hohem Fettanfall häufiger
Ausführung der Entleerung zertifizierter Fachbetrieb; Zuwegung für das Saugfahrzeug einplanen

Kältetechnik und die gesetzlichen Kühltemperaturen

Kühltheken, Kühl- und Tiefkühlzellen, Saladetten und Verbundanlagen planen und bauen wir selbst – das ist der Unterschied zu einem reinen Einrichter. In der Gastronomie ist die Kältetechnik nicht nur eine Investitions-, sondern eine Rechtsfrage: Für Lebensmittel gelten verbindliche Höchsttemperaturen nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004, und die Einhaltung ist zu dokumentieren. Die vollständige Werteübersicht – von Hackfleisch über frisches Geflügelfleisch bis zu Tiefkühlware und Heißhaltung – haben wir auf unserer Seite zur Kältetechnik als Referenz zusammengestellt; wir wiederholen sie hier bewusst nicht. Für die Bauplanung sind drei Punkte entscheidend, die im Einrichtungsplan regelmäßig fehlen und die unser Team deshalb früh abfragt: Die Abwärme der Verflüssiger muss abgeführt werden, und zwar dorthin, wo sie niemanden stört – nicht in den Gastraum und nicht in einen Innenhof mit Wohnbebauung darüber. Das Kondensat braucht einen Ablauf. Und die Kühltechnik braucht Vorlaufzeit: Eine Kühlzelle ist nicht am Eröffnungsmorgen auf Temperatur. Wer den Termin für die Inbetriebnahme zu knapp an die Eröffnung legt, hat am Eröffnungstag keine gekühlte Ware.

Kältetechnik – drei Planungspunkte, die im Einrichtungsplan regelmäßig fehlen
Planungspunkt Was zu klären ist Folge bei Nichtbeachtung
Abwärme der Verflüssiger Wohin wird die Abwärme geführt? Wärmeeintrag in den Gastraum oder Beschwerden aus benachbarter Wohnbebauung
Kondensatableitung Gibt es am Aufstellort einen Ablauf? nachträgliche Kernbohrungen und Bodenaufbau-Eingriffe
Vorlaufzeit zum Herunterkühlen Wann geht die Anlage in Betrieb? am Eröffnungstag keine gekühlte Ware

Quelle: Verordnung (EG) Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene (EUR-Lex)

Theke, Tresen und Gastro-Einrichtung

Der sichtbare Teil des Gastronomiebaus und derjenige, an dem der Gast die Wertigkeit abliest. Hier entsteht die Atmosphäre, wegen der Gäste wiederkommen – und zugleich der Arbeitsplatz, an dem Ihr Team acht Stunden steht. Wir realisieren Bartresen und Verkaufstheken, Edelstahl-Arbeitsflächen, Spülen, Ausgabe- und Kühltheken, Rückbuffets, Gasträume und Sanitärbereiche. Die Ausführung liegt bei Münchner Schreiner-, Metallbau- und Küchenfachbetrieben, mit denen wir eingespielt zusammenarbeiten; Planung, Bemusterung, Terminführung, Umsetzung und Abnahme laufen über uns. IBS Betrieb ist selbst kein Meisterbetrieb, sondern koordiniert die Gewerke. Drei Hinweise, die in der ersten Planung fast immer fehlen: Hinter jeder Theke liegen mehr Anschlüsse als gedacht – Kasse, Kartenterminal, Bondrucker, Kaffeemaschine, Spülmaschine, Kühlschublade, Wasseranschluss und Ablauf treffen auf engstem Raum zusammen. Die Arbeitshöhen sollten mit dem Personal abgestimmt werden, das später täglich daran arbeitet, nicht mit dem Katalog. Und Oberflächen im Spritzbereich müssen abwaschbar und fugenarm sein, weil sie täglich gereinigt werden – eine schöne Oberfläche, die keine Reinigungschemie verträgt, ist im Gastrobetrieb eine Fehlentscheidung.

Anschlüsse hinter einer Gastro-Theke – die Liste, die in der ersten Planung meist zu kurz ist
Anschlussart Typische Verbraucher
Strom Kasse, Kartenterminal, Bondrucker, Kaffeemaschine, Kühlschublade
Wasser (Zulauf) Kaffeemaschine, Spülmaschine, Handwaschbecken, Spüle
Abwasser (Ablauf) Spüle, Spülmaschine, Eiswürfelbereiter, Kondensat
Datennetz Kassensystem, Kartenterminal, Bestellsystem
Kälte Kühlschublade, Untertheken-Kühlung, Ausgabekühltheke

Bäckerei und Konditorei: der anspruchsvollste Sonderfall

Eine Bäckerei ist baulich zwei Betriebe in einem: ein Verkaufsraum mit Ladencharakter und ein Produktionsbereich mit Küchenanforderungen. Daraus folgen drei Besonderheiten. Erstens die Technik: Backstation oder Backstube brauchen eine eigene Abluftführung, die Kühltheke im Verkauf und die Kühlung in der Produktion sind getrennte Anforderungen, und die Anschlussleistung der Backöfen bringt das Objekt schnell über die 25-Kilowatt-Schwelle der VDI 2052. Zweitens der Verkaufsraum: Er unterliegt denselben Anforderungen wie jedes Ladengeschäft, einschließlich der Einbaubereichs-Einstufung für Trennwände und der Rutschhemmung des Bodens – Details dazu auf unseren Seiten zum Ladenbau und zur Ladenreinigung. Drittens eine arbeitsrechtliche Besonderheit, die für die Schichtplanung wichtig ist: Das Arbeitszeitgesetz definiert die Nachtzeit in § 2 Abs. 3 ArbZG grundsätzlich als die Zeit von 23 bis 6 Uhr – für Bäckereien und Konditoreien abweichend von 22 bis 5 Uhr. Da Nachtarbeit jede Arbeit ist, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst, verschiebt sich die Schwelle im Bäckerhandwerk entsprechend um eine Stunde nach vorn. Wer die Frühschicht plant, sollte das kennen, bevor die Schichtmodelle stehen.

Nachtzeit nach § 2 Abs. 3 ArbZG – Regelfall und Bäckerhandwerk
Betriebsart Nachtzeit Nachtarbeit ist …
Regelfall 23:00 bis 6:00 Uhr jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst
Bäckereien und Konditoreien 22:00 bis 5:00 Uhr jede Arbeit, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst

Quelle: § 2 ArbZG – Begriffsbestimmungen, Nachtzeit (gesetze-im-internet.de)

Café, Bar und Eisdiele: kleinere Projekte, andere Engpässe

Kleine Gastronomieformate scheitern selten am Ausbau und häufig an einem einzelnen technischen Detail. Beim Café ist es meist die Frage, ob eine Abluftführung über Dach möglich ist und ob die Anschlussleistung der Geräte unter oder über der 25-Kilowatt-Schwelle liegt – davon hängt ab, ob eine einfache Lösung genügt oder eine vollwertige raumlufttechnische Anlage nötig wird. Bei der Bar sind es Schallschutz gegenüber Wohnnutzung im Haus, die Sperrzeitenregelung und die Entlüftung der Sanitärbereiche. Bei der Eisdiele ist es die Kältetechnik: Eisproduktion, Vitrinen und Lagerung sind drei getrennte Temperaturbereiche mit entsprechendem Platz- und Abwärmebedarf. Allen dreien gemeinsam ist, dass die Gasträume Aufenthaltsräume für Publikum sind und damit dieselbe Aufmerksamkeit für Rettungswege, Sanitäranlagen und Barrierefreiheit verlangen wie größere Betriebe – die geringere Fläche macht das Verfahren nicht einfacher, nur den Ausbau kleiner.

Engpass je Betriebsform – wonach in der Objektprüfung zuerst gesehen wird
Betriebsform Häufigster Engpass Was zuerst zu prüfen ist
Café Abluftführung und Anschlussleistung Ist eine Führung über Dach möglich? Liegt die Küche unter oder über 25 kW?
Bar Schallschutz und Sperrzeit Wohnnutzung im Haus, Entlüftung der Sanitärbereiche
Eisdiele Kältetechnik drei getrennte Temperaturbereiche: Produktion, Vitrine, Lager
alle drei Aufenthaltsräume für Publikum Rettungswege, Sanitäranlagen, Barrierefreiheit

Reihenfolge und Zeitplan im Gastronomieprojekt

Der Ablauf unterscheidet sich vom Ladenbau vor allem am Anfang und am Ende. Am Anfang steht die Genehmigungsfrage, idealerweise als Vorbescheid vor Mietvertragsabschluss. Dann folgen Konzept- und Genehmigungsplanung einschließlich Lüftungs- und Hygienenachweisen sowie der Bemessung des Fettabscheiders. Erst danach beginnt die Baustelle: Rückbau, Rohinstallation von Elektro, Sanitär, Abluftkanälen und Kälteleitungen, Trockenbau, Boden, Fliesen, Maler, Endmontage, Einbringen der Küchen- und Thekeneinrichtung. Am Ende steht das, was in der Gastronomie länger dauert als anderswo: die Inbetriebnahme der Technik. Lüftungsanlage einregulieren, Kälteanlagen befüllen und herunterkühlen, Geräte in Betrieb nehmen und das Team einweisen. Danach die Bauendreinigung – und erst dann die Anlieferung von Waren. Planen Sie zwischen Fertigstellung und Eröffnung bewusst Puffer ein. Der häufigste Fehler ist ein Eröffnungstermin, der auf dem Tag der Fertigstellung liegt statt eine Woche danach.

Ablauf eines Gastronomieprojekts – die Phasen in der Reihenfolge, in der sie abgearbeitet werden
Phase Inhalt
1 · Zulässigkeit Vorbescheid nach Art. 71 BayBO, möglichst vor Mietvertragsabschluss
2 · Planung Konzept- und Genehmigungsplanung, Lüftungs- und Hygienenachweise, Bemessung des Fettabscheiders
3 · Rückbau und Rohinstallation Elektro, Sanitär, Abluftkanäle, Kälteleitungen
4 · Ausbau Trockenbau, Boden, Fliesen, Maler
5 · Einrichtung Endmontage, Einbringen der Küchen- und Thekeneinrichtung
6 · Inbetriebnahme Lüftung einregulieren, Kälte befüllen und herunterkühlen, Geräte einweisen
7 · Übergabe Bauendreinigung, danach Warenanlieferung, danach Eröffnung

Was den Preis im Gastronomiebau München treibt

Ein Quadratmeterpreis ist im Gastronomiebau noch weniger aussagekräftig als im Einzelhandel, weil der Technikanteil das Bild bestimmt. Die fünf Posten, die den Unterschied zwischen zwei scheinbar ähnlichen Projekten ausmachen: erstens die Lüftung – ob eine vorhandene Anlage angepasst werden kann oder eine neue Abluftführung über Dach hergestellt werden muss, ist der größte Einzelhebel überhaupt. Zweitens der Umfang der Kältetechnik. Drittens der Fettabscheider samt Aufstellort und Zuwegung für die Entleerung. Viertens der Zustand der vorhandenen Elektroinstallation, weil Gastroküchen erhebliche Anschlussleistungen brauchen. Und fünftens die Frage, ob im laufenden Betrieb benachbarter Einheiten gearbeitet werden muss. Für die abschließende Bauendreinigung nennt unser Preisindex ein Band von 4,50 bis 8,50 Euro netto je Quadratmeter. Für die übrigen Gewerke nennen wir hier bewusst keine Quadratmeterpreise, weil sie ohne Objektkenntnis irreführend wären. Stattdessen gilt: Wir schlüsseln das Angebot gewerkeweise auf, damit nachvollziehbar bleibt, welcher Posten woher kommt – bei einem Gastroprojekt ist genau diese Aufschlüsselung der Unterschied zwischen einem vergleichbaren und einem unvergleichbaren Angebot.

Die fünf Kostentreiber im Gastronomiebau – und woran sich der Unterschied zeigt
Rang Kostentreiber Woran sich der Unterschied entscheidet
1 Lüftung vorhandene Anlage anpassbar oder neue Abluftführung über Dach nötig
2 Kältetechnik Zahl und Art der Kühlstellen, Verbundanlage oder Einzelgeräte
3 Fettabscheider Nenngröße, Aufstellort, Zuwegung für die Entleerung
4 Elektroinstallation Zustand des Bestands gegenüber der benötigten Anschlussleistung
5 Bauen im laufenden Betrieb ob benachbarte Einheiten geöffnet bleiben müssen

Nach der Eröffnung: Wartung und Reinigung

Gastronomietechnik ist wartungspflichtig, und zwar nicht nur aus Gründen der Betriebssicherheit. Die Abluftanlage muss regelmäßig gereinigt werden – dafür gibt es mit Blatt 2 der VDI 2052 eine eigene Richtlinie. Kälteanlagen brauchen wiederkehrende Prüfungen, der Fettabscheider die vereinbarte Entleerung, und die Küche einen dokumentierten Reinigungsplan für das betriebseigene HACCP-Konzept; die Pflicht, Verfahren nach den HACCP-Grundsätzen einzurichten, ergibt sich aus der Verordnung (EG) Nr. 852/2004. Unser Geschäftsbereich Facility Management übernimmt beides: Wartung von Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik mit 24/7-Notdienst für Wartungskunden, und die laufende Gastronomiereinigung mit dokumentiertem Reinigungsplan. Der praktische Vorteil, wenn beides aus einer Hand kommt: Wer die Anlage gebaut hat, kennt die Zugänge, die Filtergrößen und die Wartungspunkte – das verkürzt jeden Serviceeinsatz. Zur Beratung gehört deshalb von Anfang an die Frage, wer die Anlage später betreut.

Wiederkehrende Pflichten im laufenden Gastronomiebetrieb
Anlage bzw. Bereich Wiederkehrende Pflicht Grundlage
Abluftanlage der Küche regelmäßige Reinigung VDI 2052 Blatt 2
Fettabscheider Entleerung, Regelintervall mindestens alle vier Wochen Entwässerungssatzung, DIN 4040-100
Kälteanlagen wiederkehrende Prüfung und Wartung Betreiberpflicht, herstellerabhängige Intervalle
Küche und Gastraum dokumentierter Reinigungsplan HACCP-Grundsätze nach Verordnung (EG) Nr. 852/2004

Neubau, Umbau oder Sanierung – und wo Sie weiterlesen

Diese Seite ist der Wissens-Hub für Gastronomieprojekte in München. Wenn Sie einen vollständigen Neubau schlüsselfertig vergeben wollen – Küchen- und Thekeneinrichtung, sämtliche Anschlüsse, Kälte, Lüftung, Inbetriebnahme und Wartung aus einem Vertrag –, finden Sie Leistungsumfang, Ablauf und Kostenrahmen auf unserer Seite zum Gastronomie-Neubau. Geht es um einen Ladenausbau ohne Gastronomienutzung, ist die Seite zum Ladenbau die richtige. Für die Technikgewerke im Detail haben wir eigene Seiten zur Kältetechnik und zum Lüftungsbau. Sanierungen im laufenden Betrieb planen wir in Phasen, damit der Betrieb nicht vollständig schließen muss – das ist eine Frage der Bauzeitenplanung und wird je Objekt individuell festgelegt. Einsatzgebiet ist München Stadt sowie die Landkreise München, Starnberg, Dachau, Fürstenfeldbruck, Erding, Freising und Ebersberg. IBS Betrieb ist ein Münchner Familienunternehmen seit 1999 mit einer Betriebshaftpflicht über 5 Mio. Euro und arbeitet in jedem Gewerk mit eingetragenen Münchner Meisterbetrieben zusammen. Von der ersten Objektprüfung bis zur Umsetzung auf der Baustelle bleibt der Ansprechpartner derselbe. Für ein Erstgespräch genügt der Grundriss und eine Geräteliste; alles Weitere klären wir in der Beratung vor Ort.

  • Gastronomie-Neubau München – schlüsselfertig, ein Vertrag über alle Gewerke
  • Ladenbau München – Ausbau ohne Gastronomienutzung
  • Großküchenplanung München – Verpflegungssystem und Warenfluss
  • Kältetechnik München – Kühltemperaturen und Anlagenbau
  • Lüftungsbau München – Zu- und Abluft, Einregulierung
  • Gastronomiereinigung München – laufende Reinigung mit dokumentiertem Plan

Einsatzbereiche

Eisdiele München – Gastronomie-Neubau IBS Betrieb Gastronomie-Spüle München Lüftungsanlage Münchner Gastro-Küche

Neubau

Eisdiele München

Komplette Einrichtung mit Eisproduktion und Kältetechnik.

Ausbau

Restaurant München

Edelstahl-Spüle, Anschlüsse und Lüftungsanbindung.

Lüftung

Gastro-Küche München

Zu- und Abluft mit Schalldämpfer.

Verwandte Leistungen

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Café oder Restaurant eine Baugenehmigung?

In aller Regel ja. Nach Art. 55 BayBO sind Errichtung, Änderung und Nutzungsänderung baulicher Anlagen grundsätzlich genehmigungspflichtig; verfahrensfrei ist eine Nutzungsänderung nach Art. 57 Abs. 4 BayBO nur, wenn für die neue Nutzung keine anderen öffentlich-rechtlichen Anforderungen gelten als für die bisherige. Beim Wechsel von Laden zu Gastronomie ändern sich Anforderungen an Lüftung, Sanitär, häufig Stellplätze und regelmäßig Brandschutz – damit ist das Vorhaben regelmäßig genehmigungspflichtig. Klären Sie das per Vorbescheid nach Art. 71 BayBO, bevor Sie den Mietvertrag unterschreiben.

Ab wann brauche ich eine raumlufttechnische Anlage nach VDI 2052?

Die Richtlinienreihe VDI 2052 „Raumlufttechnik – Küchen“ gilt für gewerbliche Küchen, ausdrücklich aber nicht für kleine gewerbliche Küchen und Haushaltsküchen mit einer Anschlussleistung unter 25 Kilowatt. Diese Schwelle ist der praktische Wendepunkt: Ein Café mit Siebträger und kleiner Aufbackstation bleibt oft darunter; sobald Fritteuse, Kombidämpfer oder Herdblock dazukommen, ist sie schnell überschritten. Addieren Sie die Anschlussleistung Ihrer geplanten Geräte, bevor Sie eine Fläche anmieten.

Wann ist ein Fettabscheider Pflicht und wie groß muss er sein?

Sobald Speisen zubereitet oder in größerem Umfang Fette und Öle verarbeitet werden. Die Anforderung ergibt sich aus der kommunalen Entwässerungssatzung und aus der DIN EN 1825, die Bauart, Bemessung, Einbau, Betrieb und Wartung regelt; DIN 4040-100 ergänzt Wartung und Generalinspektion. Die Nenngröße ist ein dimensionsloser Wert, bezogen auf den Schmutzwasserstrom in Litern je Sekunde; in die Berechnung gehen Mahlzeitenzahl, Küchenart, Spülmaschinenleistung und Abwassertemperatur ein. Die Bemessung erstellt ein Planer oder der Hersteller und gehört zu den Genehmigungsunterlagen.

Wie oft muss ein Fettabscheider entleert werden?

Als Regelintervall wird durchgängig eine Entleerung mindestens alle vier Wochen genannt, bei hohem Fettanfall häufiger, durchgeführt von einem zertifizierten Fachbetrieb. Verbindlich ist die Entwässerungssatzung der Landeshauptstadt München beziehungsweise Ihrer Gemeinde – prüfen Sie diese, bevor Sie ein Intervall im Wartungsvertrag festschreiben. Denken Sie beim Aufstellort an die Entleerung: Das Saugfahrzeug muss den Abscheider erreichen können.

Was unterscheidet Gastronomiebau vom Ladenbau im Einzelhandel?

Vier Anforderungen kommen hinzu: eine Küchenlüftung mit Zu- und Abluft, ein bemessener Fettabscheider, eine dokumentierte Kühlkette nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 und in aller Regel ein Genehmigungsverfahren, weil die Gastronomienutzung andere bauordnungsrechtliche Anforderungen auslöst. Die Gewerkereihenfolge und die allgemeinen Kostentreiber im Ausbau sind dagegen dieselben – die haben wir auf unserer Seite zum Ladenbau beschrieben.

Was ist beim Ausbau einer Bäckerei besonders?

Eine Bäckerei ist baulich zwei Betriebe in einem: Verkaufsraum mit Ladencharakter und Produktionsbereich mit Küchenanforderungen. Backstation oder Backstube brauchen eine eigene Abluftführung, Kühltheke im Verkauf und Kühlung in der Produktion sind getrennte Anforderungen, und die Anschlussleistung der Backöfen bringt das Objekt schnell über die 25-Kilowatt-Schwelle der VDI 2052. Für den Verkaufsraum gelten zusätzlich dieselben Anforderungen wie in jedem Ladengeschäft.

Warum gilt für Bäckereien eine andere Nachtzeit?

§ 2 Abs. 3 des Arbeitszeitgesetzes definiert die Nachtzeit grundsätzlich als die Zeit von 23 bis 6 Uhr, für Bäckereien und Konditoreien abweichend von 22 bis 5 Uhr. Weil Nachtarbeit jede Arbeit ist, die mehr als zwei Stunden der Nachtzeit umfasst, verschiebt sich die Schwelle im Bäckerhandwerk um eine Stunde nach vorn. Für die Schichtplanung ist das wichtig, weil daran Ausgleichsansprüche und Höchstarbeitszeiten hängen.

Übernehmen Sie Kältetechnik und Lüftung selbst?

Ja. Kühltheken, Kühl- und Tiefkühlzellen, Saladetten, Verbundanlagen sowie Lüftungs- und Klimatechnik planen und bauen wir selbst, mit 24/7-Notdienst für Wartungskunden. Das ist der Unterschied zu einem reinen Gastro-Einrichter. Für die Bauplanung entscheidend: Abwärmeführung, Kondensatableitung und die Vorlaufzeit zum Herunterkühlen – eine Kühlzelle ist nicht am Eröffnungsmorgen auf Temperatur.

Was treibt die Kosten im Gastronomiebau?

Fünf Posten: ob eine vorhandene Lüftungsanlage angepasst werden kann oder eine neue Abluftführung über Dach nötig ist – der größte Einzelhebel überhaupt; der Umfang der Kältetechnik; der Fettabscheider samt Aufstellort und Zuwegung; der Zustand der Elektroinstallation, weil Gastroküchen erhebliche Anschlussleistungen brauchen; und die Frage, ob im laufenden Betrieb benachbarter Einheiten gearbeitet werden muss. Ein Quadratmeterpreis bildet das nicht ab – verlangen Sie eine gewerkeweise Aufschlüsselung.

Können Sie im laufenden Betrieb sanieren?

Ja, in Phasen geplant, damit der Betrieb nicht vollständig schließen muss. Das ist eine Frage der Bauzeitenplanung und wird je Objekt festgelegt – abhängig davon, welche Bereiche gleichzeitig stillstehen können und welche technischen Anlagen dabei in Betrieb bleiben müssen. Der realistische Rahmen ergibt sich erst nach der Begehung.

Wie läuft die erste Beratung ab und was sollen wir mitbringen?

Für ein Erstgespräch genügen der Grundriss der Fläche und eine Liste der geplanten Küchengeräte mit ihrer Anschlussleistung. Daraus lässt sich bereits sagen, ob die 25-Kilowatt-Schwelle der VDI 2052 überschritten wird, ob eine Abluftführung über Dach nötig ist und ob die Nutzungsänderung ein Verfahren auslöst. Wir sehen uns das Objekt vor Ort an, bevor Sie es anmieten – nach unserer Erfahrung ist das der Termin, der im ganzen Projekt am meisten Geld spart.

Bauen Sie auch außerhalb der Stadt München?

Ja. Einsatzgebiet ist München Stadt sowie die Landkreise München, Starnberg, Dachau, Fürstenfeldbruck, Erding, Freising und Ebersberg. Beachten Sie dabei, dass die Entwässerungssatzung – und damit die Anforderung an den Fettabscheider und dessen Entleerungsintervall – von der jeweiligen Gemeinde erlassen wird und nicht überall gleich lautet.