Grundreinigung · Gewerbe & Betrieb München

Grundreinigung München – Ablauf, Rutschhemmung und Bodenarten

Die Grundreinigung ist die einzige Reinigungsart, die eine Eigenschaft des Bodens selbst verändert. Die Unterhaltsreinigung nimmt Schmutz ab. Die Grundreinigung nimmt die Pflegeschicht ab und baut sie neu auf – und damit greift sie in etwas ein, das das Arbeitsstättenrecht ausdrücklich schützt. Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.5 „Fußböden" verlangt, dass Reinigungs- und Pflegemittel die Eigenschaften des Bodens, ausdrücklich genannt die Rutschhemmung, nicht beeinträchtigen. Diese Seite beschreibt den fachlichen Ablauf, den Arbeitsschritt, an dem es in der Praxis am häufigsten scheitert, und welche Bewertungsgruppe für welchen Bereich gilt.

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Grundreinigung München – maschinelle Tiefenreinigung eines Hartbodens mit Einscheibenmaschine

Was wir für Sie in München umsetzen

Unterhalts-, Zwischen- und Grundreinigung – drei verschiedene Leistungen

Die drei Begriffe werden im Alltag durcheinandergeworfen, meinen aber unterschiedliche Eingriffstiefen. Die Unterhaltsreinigung ist die laufende Leistung: Sie entfernt losen und haftenden Schmutz von der Oberfläche, lässt die Pflegeschicht aber unangetastet. Die Zwischenreinigung frischt eine vorhandene Beschichtung auf, indem sie oberflächliche Verschleißspuren abträgt und teilweise neu aufpoliert – sie verlängert die Standzeit, ersetzt die Grundreinigung aber nicht. Die Grundreinigung entfernt die vorhandene Pflege- oder Beschichtungsschicht vollständig bis auf den Belag und baut sie anschließend neu auf. Nur bei der Grundreinigung wird der Boden also für kurze Zeit ohne Schutzschicht offengelegt. Das ist der Grund, warum sie in der Regel außerhalb des Betriebs stattfindet, warum sie eine eigene Position im Vertrag ist und warum sie fachlich am meisten schiefgehen kann. Wer nur wissen möchte, welche Reinigungsart für welchen Boden in Frage kommt, findet die Übersicht auf unserer Seite zur Bodenreinigung München (/bodenreinigung-muenchen); die laufende Leistung beschreibt die Unterhaltsreinigung München (/unterhaltsreinigung-muenchen).

Der Ablauf in sieben Schritten – und der Schritt, der am häufigsten fehlt

1. Räumen und Trockenreinigung: Mobiliar aus der Fläche, losen Schmutz aufnehmen. Was jetzt nicht entfernt wird, wird gleich in der Reinigungsflotte verteilt. 2. Grundreiniger auftragen: Grundreiniger sind stark alkalisch, weil sie die Polymerschicht der alten Beschichtung anlösen müssen. Genau deshalb sind sie für den Belag selbst nicht harmlos. 3. Einwirkzeit einhalten: Die Schicht wird chemisch gelöst, nicht mechanisch abgerissen. Wer zu früh mit der Maschine anfängt, arbeitet gegen den Boden statt mit der Chemie. 4. Maschinelle Bearbeitung: Einscheibenmaschine mit dem zur Bodenart passenden Pad, in Fugen und Randzonen von Hand nachgearbeitet. 5. Aufnehmen und neutralisierendes Klarspülen: Die gelöste Schicht wird nass aufgenommen, danach wird mit klarem Wasser nachgespült, bis keine alkalischen Rückstände mehr auf der Fläche sind. 6. Vollständige Trocknung: Restfeuchte im Belag und in den Fugen verhindert, dass die neue Beschichtung haftet. 7. Neuaufbau der Beschichtung: mehrere dünne Schichten statt einer dicken, jede muss vor der nächsten durchtrocknen. – Der Schritt, der in der Praxis am häufigsten übersprungen wird, ist Nummer 5. Er kostet Zeit, produziert kein sichtbares Ergebnis und wird deshalb gern verkürzt. Bleiben alkalische Rückstände auf der Fläche, entsteht ein Schmierfilm: Der Boden sieht sauber aus, nimmt aber neuen Schmutz schneller an, die neue Beschichtung haftet schlechter – und die Oberfläche kann sich bei Nässe anders verhalten als vorher. Genau das ist der Punkt, an dem aus einer Reinigungsfrage eine Arbeitsschutzfrage wird.

Rutschhemmung: was nach der Grundreinigung gelten muss

Die ASR A1.5 „Fußböden" (Ausgabe März 2022) formuliert die Anforderung an die Reinigung knapp: Fußböden müssen leicht zu reinigen sein, hygienische Anforderungen sind einzuhalten – und Reinigungs- und Pflegemittel dürfen die Eigenschaften des Bodens, zum Beispiel hinsichtlich der Rutschhemmung, nicht beeinträchtigen. Für den Betreiber heißt das: Die Rutschhemmung, die für einen Arbeitsbereich gefordert ist, muss nach der Grundreinigung noch vorhanden sein. Sie ist keine Eigenschaft, die einmal beim Einbau erledigt wird. Eine nachträglich aufgebrachte rutschhemmende Behandlung oder Beschichtung kann durch Verschleiß oder durch Reinigungsrückstände in ihrer Wirkung nachlassen und muss dann erneuert werden. Welche Bewertungsgruppe gilt, ergibt sich aus der DGUV Regel 108-003 „Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr", auf der auch der Anhang der ASR A1.5 aufbaut. Geprüft wird im Begehungsverfahren auf der schiefen Ebene nach DIN 51130 (Schuhwerk, Ölbenetzung), für nassbelastete Barfußbereiche nach DIN 51097. Kommen in einem Bereich besonders gleitfördernde Stoffe an, reicht die R-Gruppe allein nicht: Dann ist zusätzlich ein Verdrängungsraum unterhalb der Gehebene gefordert, gekennzeichnet mit V und dem Mindestvolumen in cm³/dm² (V 4, V 6, V 8, V 10). Übliche Einstufungen für gewerbliche Bereiche: Büroräume und Verkehrswege innen sowie Eingangsbereiche innen R 9 · Sanitärräume und öffentlich zugängliche WC R 10 · Eingangsbereiche außen R 11, alternativ R 10 mit V 4 · gastronomische Küchen bis 100 Gedecke R 11 mit V 4 · gastronomische Küchen über 100 Gedecke R 12 mit V 4 · Spülräume R 11 · Kühlräume für unverpackte Ware R 12 · Fleischzerlegung R 13 mit Verdrängungsraum · nassbelastete Umkleide- und Waschräume Bewertungsgruppe A, Duschräume B nach DIN 51097. Wichtig zur Einordnung: Das sind die in der DGUV Regel für typische Bereiche genannten Gruppen. Verbindlich für ein konkretes Objekt ist die Einstufung, die sich aus der Gefährdungsbeurteilung und der vollständigen Tabelle der DGUV Regel 108-003 ergibt – nicht diese Auswahl.

Bodenarten: was jeweils geht und was nicht

PVC und Vinyl sind der klassische Fall: alte Beschichtung ablösen, klarspülen, neu beschichten. Hier funktioniert das Verfahren wie beschrieben. – Linoleum ist der häufigste Schadensfall. Der Belag reagiert empfindlich auf stark alkalische Mittel und auf stehendes Wasser; die Freigabe des Herstellers für Reiniger und Beschichtung entscheidet, nicht die Gewohnheit des Reinigers. – Kautschuk verträgt viele Standardprodukte nicht und wird in der Regel nicht klassisch beschichtet; auch hier gilt die Herstellerangabe. – Naturstein ist in München besonders relevant, weil Jura-Kalkstein und Solnhofener Platten in Eingangsbereichen, Kanzleien und Praxen verbreitet sind. Beide sind kalkhaltig: Saure Reiniger ätzen die Oberfläche stumpf, und dieser Schaden ist nicht mehr wegzupflegen, sondern nur noch mechanisch zu überschleifen. Für kalkhaltige Natursteine kommen deshalb ausschließlich Mittel ohne freie Säure in Frage. – Feinsteinzeug ist dicht und braucht keinen Pflegefilm; die „Grundreinigung" ist hier das Entfernen von Zement- und Fettfilmen, nicht das Ablösen einer Beschichtung. – Textiler Bodenbelag folgt einer völlig anderen Logik: Sprühextraktion oder Trockenschaum, kein Schichtaufbau, dafür ein Trocknungsfenster, das eingeplant werden muss. – Versiegeltes Holz und Parkett vertragen weder stehendes Wasser noch die stark alkalische Chemie der Hartboden-Grundreinigung. In allen Zweifelsfällen gilt dieselbe Reihenfolge: Belagshersteller vor Reinigungsmittelhersteller vor Gewohnheit.

Wann eine Grundreinigung wirklich fällig ist

Ein fester Kalenderturnus ist der schlechtere Auslöser als der Zustand des Bodens. Fünf Anzeichen, die in der Praxis zuverlässig sind: Der Pflegefilm ist vergraut oder fleckig und lässt sich durch Unterhaltsreinigung nicht mehr aufhellen. Das Wischwasser bleibt trüb, obwohl frisch angesetzt wurde – dann wird gelöster Altfilm nur umverteilt. Der Glanzgrad ist ungleichmäßig, Laufstraßen zeichnen sich sichtbar ab. Die Beschichtung zeigt an belasteten Stellen bereits offene Fehlstellen bis auf den Belag; hier ist die Grundreinigung überfällig, weil der Belag ungeschützt beansprucht wird. Und schließlich: nach Bau-, Umbau- oder Renovierungsarbeiten, wenn Feinstaub und Baurückstände in die Fläche eingetragen wurden – das ist allerdings ein eigenes Leistungsbild, siehe Bauendreinigung München (/bauendreinigung-muenchen). Welcher Turnus für Ihr Objekt sinnvoll ist, hängt von Nutzung, Frequenz und Schmutzeintrag ab und gehört in die Begehung, nicht in eine Faustzahl auf einer Website.

Was in ein belastbares Angebot gehört

Angebote zur Grundreinigung sind schwer vergleichbar, weil sie unterschiedlich viel Leistung enthalten. Diese neun Punkte sollten benannt sein, sonst vergleichen Sie unterschiedliche Arbeiten zum selben Preis: 1. Bodenart und, wenn bekannt, Belagshersteller. 2. Fläche getrennt nach Bereichen und Bodenarten. 3. Ob die vorhandene Beschichtung vollständig entfernt wird oder nur aufgefrischt. 4. Wie viele Schichten neu aufgebaut werden. 5. Ob der neutralisierende Klarspülgang ausdrücklich enthalten ist. 6. Welche Rutschhemmungsanforderung für den Bereich gilt und wie sie nach der Maßnahme eingehalten wird. 7. Trocknungs- und Aushärtungszeit und damit das Zeitfenster, in dem die Fläche nicht genutzt werden kann. 8. Wer Mobiliar räumt und zurückstellt. 9. Ob Randzonen, Fugen und Sockelleisten enthalten sind. Wie sich der Preis in der Reinigung überhaupt zusammensetzt, zeigt unser Preisindex Reinigung München (/reinigungspreise-muenchen); ein verbindliches Angebot entsteht bei uns immer erst nach einer Vor-Ort-Begehung.

Grundreinigung in München: Zeitfenster und Objekttypen

Die Grundreinigung braucht ein Zeitfenster, in dem die Fläche steht – das ist in der Terminplanung meist die härtere Nebenbedingung als die Arbeit selbst. In München haben sich einige Fenster eingespielt: Gastronomiebetriebe legen die Grundreinigung von Küche und Gastraum bevorzugt vor die Saisonspitzen, also insbesondere in den Wochen vor dem Oktoberfest und vor dem Weihnachtsgeschäft. Büro- und Verwaltungsgebäude nutzen die Ferienzeiten und die Tage zwischen den Jahren. Arzt- und Zahnarztpraxen arbeiten mit Schließtagen und langen Wochenenden. Schulen, Kitas und Mensen liegen fast vollständig in den bayerischen Schulferien. Für Küchenbereiche gilt zusätzlich: Wir kommen aus dem Gastronomiebau (/gastronomiebau-muenchen) und aus der Großküchenplanung (/grosskuechenplanung-muenchen) und kennen die Bereiche, in denen die Rutschhemmung eine echte Anforderung ist und nicht eine Formalie. Die Grundreinigung ist bei uns Teil des Leistungsspektrums der Gebäudereinigung München (/gebaeudereinigung-muenchen) und lässt sich mit einem laufenden Unterhaltsvertrag oder mit der Treppenhausreinigung (/treppenhausreinigung-muenchen) kombinieren.

Verwandte Leistungen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grundreinigung und Unterhaltsreinigung?

Die Unterhaltsreinigung entfernt Schmutz von der Oberfläche und lässt die Pflege- oder Beschichtungsschicht unangetastet. Die Grundreinigung entfernt diese Schicht vollständig bis auf den Belag und baut sie anschließend neu auf. Die Grundreinigung ist deshalb eine eigene Leistungsposition, findet in der Regel außerhalb des Betriebs statt und braucht ein Zeitfenster für Trocknung und Aushärtung.

Warum ist das Klarspülen nach der Grundreinigung so wichtig?

Grundreiniger sind stark alkalisch, damit sie die alte Beschichtung anlösen können. Bleiben Rückstände auf der Fläche, entsteht ein Schmierfilm: Der Boden nimmt neuen Schmutz schneller an, die neue Beschichtung haftet schlechter, und die Oberfläche kann sich bei Nässe anders verhalten als vorher. Der neutralisierende Klarspülgang ist der Arbeitsschritt, der am häufigsten verkürzt wird, weil er kein sichtbares Ergebnis erzeugt.

Kann eine Reinigung die Rutschhemmung eines Bodens verändern?

Ja, und genau deshalb ist es geregelt. Die ASR A1.5 „Fußböden" verlangt, dass Reinigungs- und Pflegemittel die Eigenschaften des Bodens – ausdrücklich genannt die Rutschhemmung – nicht beeinträchtigen. Eine nachträglich aufgebrachte rutschhemmende Behandlung kann durch Verschleiß oder durch Reinigungsrückstände nachlassen und muss dann erneuert werden. Die geforderte Rutschhemmung muss nach der Grundreinigung noch vorhanden sein.

Welche Rutschhemmung ist in einer Gastronomieküche gefordert?

Nach der DGUV Regel 108-003 werden gastronomische Küchen bis 100 Gedecke üblicherweise in die Bewertungsgruppe R 11, Küchen über 100 Gedecke in R 12 eingestuft, jeweils mit einem Verdrängungsraum von mindestens V 4. Spülräume liegen üblicherweise bei R 11, Kühlräume für unverpackte Ware bei R 12. Verbindlich ist die Einstufung, die sich für das konkrete Objekt aus der Gefährdungsbeurteilung und der vollständigen Tabelle der Regel ergibt.

Wie lange kann ein Bereich nach der Grundreinigung nicht genutzt werden?

Das hängt vom Produkt und vom Schichtaufbau ab, nicht vom Reinigungsunternehmen. Jede Beschichtungsschicht muss vor der nächsten durchtrocknen, und die vollständige Aushärtung dauert länger als die Trocknung. Die maßgeblichen Zeiten stehen im technischen Merkblatt des eingesetzten Produkts und gehören deshalb in das Angebot und in die Terminabsprache – nicht in eine pauschale Zusage.

Verträgt Linoleum eine Grundreinigung?

Grundsätzlich ja, aber nicht mit beliebigen Mitteln. Linoleum reagiert empfindlich auf stark alkalische Reiniger und auf stehendes Wasser. Maßgeblich ist die Freigabe des Belagsherstellers für Reiniger und Beschichtung. Dasselbe gilt für Kautschuk. Bei kalkhaltigen Natursteinen wie Jura-Kalkstein oder Solnhofener Platten sind zusätzlich saure Reiniger ausgeschlossen, weil sie die Oberfläche irreversibel stumpf ätzen.